Allgemeine Information
Web-Artikel aus dem ZEPPELIN POST JOURNAL
Ein Artikel einer jeden Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL wird als Web-Artikel nicht nur im ZEPPELIN POST JOURNAL abgedruckt, sondern zusätzlich auch im Internet unter www.eZEP.de veröffentlicht.
Dieser Artikel erschien in der Sommer2008 Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL
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Der Artikel ist zudem als pdf-Datei erhältlich
.
Bob Wilcsek berichtet
Romfahrt-Belege mit US-Adressen
In einem IL COLLEZIONISTA-Artikel (Ausgabe 1958/9) erklärt Piero Gall, dass
nach Südamerika adressierte Post der Romfahrt in geschlossenen Postsäcken befördert
wurde, die in Friedrichshafen nicht geöffnet wurden. Das erklärt, weshalb
es auf den nach Südamerika adressierten Belegen keine deutschen Stempel
geben kann, obwohl sie auf der Südamerikafahrt 1933 befördert wurden.
Wie auch immer, in die USA adressierte Post der Romfahrt - egal auf welcher Etappe der Romfahrt sie befördert wurde - fiel unter ein separates Abkommen zwischen Deutschland und der USA. Diese Post wurde in speziellen Postsäcken verstaut, die in Friedrichshafen geöffnet wurden und dann über Südamerika auf der 2. Südamerikafahrt 1933 in die USA gesandt wurden. Dies erklärt, weshalb auf den meisten in die USA adressierte Sendungen neben dem Bestätigungsstempel der Romfahrt auch der grüne Bestätigungsstempel der 2. Südamerikafahrt und der Friedrichshafener Transitstempel abgeschlagen wurde.
Offensichtlich wurden einige wenige in die USA adressierte Belege der Romfahrt in die verschlossenen Postsäcke der nach Südamerika adressierten Post verstaut und daher tragen diese USA-Belege auch nur den Bestätigungsstempel der Romfahrt. Eigentlich sind solche Belege seltener als Belege mit beiden Bestätigungsstempeln, da solche Belege mit beiden Bestätigungsstempeln eigentlich richtig behandelt wurden, während die in die USA adressierte Post mit nur einem Bestätigungsstempel eigentlich eine neue Art von Post darstellt.
Während diese Analyse sicherlich richtig ist, wird sie sich wohl niemals in Preisen widerspiegeln, da man irrtümlich immer glauben wird, dass Belege mit beiden Bestätigungsstempeln etwas seltenes und außergewöhnliches darstellen, während die tatsächliche Rarität nur einen Bestätigungsstempel trägt.
Ein in die USA adressierter Beleg aus Italien mit den Bestätigungsstempeln der Romfahrt und der 2. Südamerikafahrt 1933. Rückseitig befindet sich noch der grüne Ankunftsstempel von Friedrichshafen, der Beleg befand sich also in dem Postsack, der in Friedrichshafen geöffnet wurde. Doch die wahre Rarität ist hier zu sehen:
Bei diesem Beleg handelt es sich um eine in die USA adressierte
Zuleitung aus Griechenland, die nur den italienischen Bestätigungsstempel trägt.
Er hat keinen Bestätigungsstempel der Südamerikafahrt, den wir doch gemäß
Gall auf solcher Post erwarten würden. Da beide Belege (Abb. 1 und 2)
eingeschrieben und nach New York adressiert sind, tragen sie rückseitig auch
identische Stempel, nämlich den Romstempel vom 29. Mai 1933, den Rio
Stempel und den New York Stempel vom 29. Juni 1933. Der einzige rückseitige
Unterschied ist das Fehlen des grünen Friedrichshafener Ankunftsstempels auf
dem griechischen Beleg.
Wenn wir Gall´s Analyse und Argumentation umkehren, dann müsste auf nach Südamerika adressierter Post nur der Bestätigungsstempel der Romfahrt vorzufinden sein, nicht jedoch der Bestätigungsstempel der Südamerikafahrt 1933. Die folgende Abbildung zeigt die seltene Ausnahme: Ein nach Südamerika adressierter Beleg mit beiden Bestätigungsstempeln.
Zeppelinpost der Romfahrt mit beiden Bestätigungsstempeln ist selten und attraktiv,
um aber die wahren Raritäten zu erkennen bedarf es guter postgeschichtlicher
Kenntnisse. Und dann zeigt sich, dass ein Beleg mit nur einem
Bestätigungsstempel doch der bessere ist. Keine der beiden Arten ist in den
Katalogen verzeichnet, aber beide sind für eine komplette Sammlung wichtig.