Allgemeine Information
Web-Artikel aus dem ZEPPELIN POST JOURNAL
Ein Artikel einer jeden Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL wird als Web-Artikel nicht nur im ZEPPELIN POST JOURNAL abgedruckt, sondern zusätzlich auch im Internet unter www.eZEP.de veröffentlicht.
Dieser Artikel erschien in der Herbst2008 Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL
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Der Artikel ist zudem als pdf-Datei erhältlich
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Alexios Papadopoulos berichtet
Eine seltene griechische LZ 129 Hindenburg Auflieferung
Weder im Sieger noch im Michel Zeppelinpostkatalog ist griechische Zeppelinpost zur 8. Nordamerikafahrt des Luftschiffes LZ 129 Hindenburg aufgeführt. Dies ist insofern merkwürdig, da griechische Zeppelinpost in beiden Katalogen zur vorhergehenden 7. Nordamerikafahrt als auch zur nachfolgenden 9. Nordamerikafahrt 1936 aufgeführt ist. Aber eben nicht zur 8. Nordamerikafahrt 1936.
Sogar die Experten konnten keine griechische Zeppelinpost zu dieser Fahrt vorlegen. Auf der jüngsten Köhler/Nutmeg Zeppelinauktion wurde zwar ein solcher Beleg zur 8. Nordamerikafahrt 1936 angeboten, dass Problem war allerdings, dass dieser Beleg in einem Los mit 40 weiteren Griechenlandbelegen versteckt war. Dieser Beleg der Köhler/Nutmeg Auktion war ein philatelistischer Beleg, so dass davon auszugehen ist, dass der Absender noch weitere solche Belege auflieferte. Wo aber sind die anderen Belege zu dieser Fahrt?
Meine Forschung zur griechischen Zeppelinpost zur 8. Nordamerikafahrt 1936 begann mit einem Beleg, den ich kürzlich erwarb und der hier abgebildet ist:

Eine echte Bedarfsauflieferung aus Thessaloniki adressiert nach Philadelphia, PA. Der Beleg wurde zur Devisenüberwachung geöffnet und mit einer Control de Change Banderole in griechischer und französischer Sprache wieder amtlich verschlossen. Die Frankatur zu 26 Drachmen wurde rückseitig angebracht. Aufgeliefert wurde der Beleg gemäß dem Thessaloniki Luftpoststempel ΘΕΣΣΑΛΟΝΙΚΗ-ΑΠΟΣΤΟΛΗ ΑΕΡΟΠΟΡΙΚΩΣ 15 ΙΧ 36 - 7Μ am 15. September um 19 Uhr.
Am darauffolgendem Tag und nach der Devisenkontrolle von Thessaloniki wurde der Brief nach Berlin geflogen. Dieser Flug wurde von der Austroflug und der Deutschen Lufthansa gemeinsam durchgeführt, Abflug in Thessaloniki war um 8 Uhr 10, und über Sofia, Belgrad, Budapest und Wien ging es direkt nach Berlin. Planmäßige Ankunft in Berlin war am selben Tag um 16 Uhr 35, und gemäß dem Berliner Ankunftsstempel vom 16. September mit der Uhrzeit 17-18 Uhr war der Flug fast pünktlich. Am 17. September 1936 startete das Luftschiff LZ 129 Hindenburg um 19 Uhr 48 in Frankfurt und fuhr nach Lakehurst, NJ. An Bord auf dieser 8. Nordamerikafahrt 1936 befand sich meine griechische Post.
Zusätzlich zu dem Zeppelin-Bestätigungsstempel trägt der Beleg noch den zweisprachigen schwarzen Kastenstempel von Thessaloniki ΑΕΡΟΠΟΡΙΚΩΣ PAR AVION, übersetzt Mit Luftpost. Aber der griechische Zeppelin-Stempel, der üblicherweise auf der griechischen Zeppelinpost abgeschlagen wurde, fehlt auf diesem Beleg. Ebenfalls bemerkenswert ist der Leitvermerk PAR AVION (Mit Luftpost) in der rechten oberen Ecke, der fast vollständig von der Devisenbanderole verdeckt ist: Eine Zeppelinbeförderung ist mit keinem Wort erwähnt. Offensichtlich war der Brief überhaupt nicht für eine Zeppelinbeförderung vorgesehen.
Dies ist nicht nur durch den simplen Leitvermerk erkennbar, sondern auch durch das Porto. Die 26 Drachmen bildeten sich aus dem Briefporto von 8 Drachmen plus 18 Drachmen Luftpostzuschlag. Der Luftpostzuschlag von 18 Drachmen per 10 Gramm deckte die Luftpostbeförderung von Griechenland zu einem europäischen Seehafen und vom amerikanischen Seehafen zum Empfänger in den USA ab – der Atlantik wurde per Schiff überquert. Dieses Porto wurde 1933 eingeführt, und im Vergleich dazu kostete im Jahre 1936 die günstigste Zeppelinbeförderung in die USA 32 Drachmen für einen 5 Gramm schweren Brief.
Gemäß dem Leitvermerk und dem bezahlten Porto ist es offensichtlich, dass der Brief nicht als Zeppelinpost vorgesehen war. Auch die griechische Post behandelte diesen Brief nicht als Zeppelinpost, sondern als normale Luftpost, da dort kein griechischer Zeppelinstempel abgeschlagen wurde. Es war daher die Großzügigkeit der deutschen Post, die aus diesem einfachen Luftpostbrief einen seltenen und ungewöhnlichen Zeppelinbrief machte.