Allgemeine Information
Web-Artikel aus dem ZEPPELIN POST JOURNAL
Ein Artikel einer jeden Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL wird als Web-Artikel nicht nur im ZEPPELIN POST JOURNAL abgedruckt, sondern zusätzlich auch im Internet unter www.eZEP.de veröffentlicht.
Dieser Artikel erschien in der Herbst2010 Ausgabe des ZEPPELIN POST JOURNAL
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Der Artikel ist zudem als pdf-Datei erhältlich
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Joachim Schaper berichtet
Ein fehlgeleiteter Katapultbrief
Der abgebildete Brief wurde am 30. April 1936 in Hamburg aufgeliefert
und sollte mit Luftpost nach New York geflogen werden. Die einzige transatlantische
Luftpost Anfang 1936 bestand mit dem Zeppelin LZ-129 Hindenburg,
dessen erste Nordamerikafahrt für den 6. Mai 1936 in der darauffolgenden
Woche ab Friedrichshafen starten sollte. Der Zeppelinbrief ist portorichtig frankiert:
25 Pfg Auslandsbrief + 2x50 Pfg Zeppelinzuschlag (50 Pfg/5 Gramm).

Aber statt auf die Zeppelinfahrt in der folgenden Woche zu warten, wurde der Brief auf den Dampfer SS Bremen des Norddeutschen Lloyd geleitet, der am 2. Mai 1936 von Bremerhaven nach New York fuhr. Die SS Bremen war das Schiff, von dem die Katapultflüge zwischen 1929 und 1935 starteten. Nach Einstellung der Katapultflüge Ende 1935 wurde die transatlantische Luftpost Anfang 1936 mit den Nordamerikafahrten des LZ-129 Hindenburg wieder aufgenommen.
Der Postbeamte an Bord der SS Bremen bemerkte die Fehlleitung des Luftpostbriefes. Er stempelte den Brief mit einem roten Hinweisstempel, dass die Katapultflüge eingestellt wurden und überstempelte den Luftpostzettel mit einem Kastenstempel mit drei Balken, wonach keine weitere Luftpostbeförderung möglich war. Der Beamte klebte ferner noch einen roten Exprès-Zettel als Gegenleistung für die bezahlte Zeppelinbeförderung auf. Der Brief erreichte New York am 8. Mai 1936, einen Tag vor der Landung des Zeppelins in Lakehurst.